Erste Schritte nach einem Todesfall
So wählen Sie ein Bestattungsunternehmen aus
Hinweise für Deutschland
Bestattungsrecht und örtliche Abläufe unterscheiden sich nach Bundesland und Gemeinde. Klären Sie Zuständigkeit, Unterlagen und Vorgaben am Bestattungsort, bevor Sie einen Auftrag erteilen.
Gehen Sie von den Wünschen der verstorbenen Person und den Bedürfnissen Ihrer Familie aus. Fragen Sie möglichst zwei oder drei Unternehmen nach denselben Leistungen und vergleichen Sie die Gesamtkosten. Achten Sie auf verständliche Erklärungen, einen passenden Kostenrahmen und eine feste Ansprechperson.

1. Trennen Sie Dringendes von späteren Entscheidungen
Fragt das Krankenhaus oder Pflegeheim nach einem Bestattungsunternehmen, lassen Sie sich erklären, was jetzt nötig ist und bis wann. Wurde der Tod noch nicht ärztlich festgestellt oder gemeldet, folgen Sie zunächst den Anweisungen der zuständigen medizinischen oder behördlichen Stelle. Ein Preisvergleich ersetzt diese Schritte nicht.
Suchen Sie nach bekannten Bestattungswünschen, Vorsorgeverträgen und Grabunterlagen. Besprechen Sie, wer Entscheidungen treffen und Aufträge erteilen darf. Teilen Sie dem Unternehmen Unklarheiten oder Streit in der Familie mit. Fragen Sie vor einer Überführung, was Sie damit beauftragen, was sie kostet und welche Kosten bei einem späteren Anbieterwechsel entstehen. Lassen Sie erklären, ob der Auftrag nur die Überführung oder bereits weitere Leistungen umfasst.
2. Stellen Sie eine überschaubare Auswahl zusammen
Beginnen Sie mit zwei oder drei Unternehmen, die am benötigten Ort tätig sind. Empfehlungen können helfen. Fragen Sie aber, ob damit etwa gute Erreichbarkeit, eine bestimmte Trauerfeier oder transparente Kosten gemeint sind. Andere Familien haben möglicherweise andere Bedürfnisse.
Lesen Sie konkrete Erfahrungen statt nur Sternebewertungen. Prüfen Sie den vollständigen Firmennamen, die Anschrift und den Vertragspartner. Fragen Sie bei Bedarf nach Eigentümer und Betriebsführung. Eine Verbandsmitgliedschaft oder ein vertrauter Name sagt allein nicht, welche Leistungen Sie erhalten. Bei Fragen zur Tätigkeit vor Ort hilft die zuständige kommunale Stelle.
3. Prüfen Sie, ob die Leistungen passen
Beschreiben Sie Ihre Wünsche vor der Auswahl eines Pakets: Erd- oder Feuerbestattung, Abschiednahme, religiöse oder weltliche Feier, gewünschte Sprache und Zeit für Anreisende. Fragen Sie, welche Arbeiten das Unternehmen selbst erledigt und welche es an andere vergibt.
Achten Sie auch auf stufenlosen Zugang, Toiletten, Sitzplätze, Hörunterstützung und Anfahrt. Ein Besuch kann helfen, Räume einzuschätzen. Für Angehörige aus der Ferne lassen sich Übertragung und technische Hilfe getrennt besprechen. Fragen Sie auch nach einer Alternative für Menschen, die die Technik nicht nutzen können. Veröffentlichen Sie einen Termin erst, wenn Räume, Beteiligte und erforderliche Freigaben bestätigt sind.
4. Vergleichen Sie vollständige schriftliche Angebote
Bitten Sie um eine Preisübersicht und ein Angebot für Ihre konkreten Wünsche. Eine beworbene Mindestpauschale reicht zum Vergleich nicht aus. Lassen Sie Eigenleistungen, Fremdleistungen und Gebühren getrennt ausweisen und fragen Sie, welche Beträge verbindlich sind und welche noch geschätzt werden.
Berücksichtigen Sie Überführung, Versorgung, Aufbewahrung, Sarg oder Urne, Friedhof beziehungsweise Krematorium, Urkunden, Anzeigen und eine mögliche Feier. Beschreiben Sie allen Unternehmen dieselbe Leistung. Wenn etwa die Krematoriumskosten nur in einem Angebot enthalten sind, muss dieser Unterschied vor dem Vergleich der Gesamtsummen geklärt werden.
5. Achten Sie auf verständliche Antworten
Wer koordiniert die Bestattung, und wie erreichen Sie diese Person? Werden unklare Kosten in Ruhe erklärt? Unterscheidet das Unternehmen zwischen gesetzlichen Vorgaben, Friedhofsregeln und eigenen Empfehlungen? Lassen Sie offene Fragen prüfen und schriftlich beantworten.
Sie können sagen: «Wir möchten erst ein schriftliches Angebot für diese Leistungen.» Fragen Sie bei Zeitdruck nach dem konkreten Grund. Eine gesetzliche Frist ist etwas anderes als eine Verkaufsfrist. Eine vertraute Person kann Notizen machen; daraus entsteht aber keine automatische Entscheidungsbefugnis. Vereinbaren Sie eine Kontaktperson in der Familie, damit keine widersprüchlichen Anweisungen beim Unternehmen ankommen.
Fragen für die ersten Telefonate
- Können Sie die gewünschte Bestattungsart und unsere wesentlichen Bedürfnisse berücksichtigen?
- Was muss jetzt entschieden werden, und wer darf den Auftrag erteilen?
- Erhalten wir ein schriftliches Angebot mit Gesamtkosten und Ausschlüssen?
- Wer übernimmt Überführung, Aufbewahrung und die Abstimmung mit Friedhof oder Krematorium?
- Wer ist unsere Ansprechperson, und was kosten Änderungen oder ein Wechsel?
- Welche Punkte müssen wir noch klären, bevor wir entscheiden?
Prüfen Sie den Auftrag vor der Unterschrift
Kontrollieren Sie Namen, Termine, Leistungen, Anzahlungen, Schätzungen und Zahlungsfristen. Klären Sie auch Stornierung, Anbieterwechsel und die Freigabe von Zusatzleistungen. Bewahren Sie das Angebot und jede Auftragsbestätigung auf.
Eine schlichte Bestattung kann eine bewusste Entscheidung sein. Entscheidend ist, dass Wünsche, praktische Bedürfnisse und ein verständlicher Kostenrahmen zusammenpassen. Wenn etwas unklar bleibt, fragen Sie nach, statt eine Annahme zu treffen.
Halten Sie digitale Aufgaben gesondert fest
Vereinbaren Sie, wer Fotos sichert, eine Gedenkseite betreut und sich um Onlinekonten kümmert. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Bestattungsunternehmen Konten in sozialen Netzwerken schließt oder auf dem Telefon gespeicherte Inhalte sichert.
Der PDF-Ratgeber von Fort Legacy unterstützt bei digitalen Konten und der Sicherung von Inhalten. Er enthält Arbeitsblätter. Der Kauf umfasst weder die Organisation einer Bestattung noch die Auswahl eines Unternehmens für Sie oder die persönliche Bearbeitung Ihres Falls.
